Nach ca.
einem 3/4 Jahr war ich in der Lage alleine das Pferd in der Halle
zu bewegen und wollte versuchen auch das Pferd zulenken...es sollte
halt dahin wo ich hin wollte...was aber nicht ging weil ich meine
Rechten Arm nicht bewegen kann und die Linke ständig zu unkontrollierten
Bewegungen neigt und mit den beinen ging auch nichts. In dieser
zeit war ich sehr frustriert und wollte schon alles wieder "hin
schmeißen". Dann hatte mein Vater die Idee und sagte wir fahren
mal zur Bettina Scharb, meine früher Trainerin und fragen sie
ob sie mir nicht weiter helfen kann. Also ins Auto gesetzt und
hin gefahren...nach dem ich erzählt hatte was passiert ist, sie
wußte nichts davon, hat sie mir angeboten mit mir auszureiten,
gesagt getan...wir sind dann ausgeritten sie hat mit auf ihren
"alten" Stute als Handperd mitgenommen und wir waren fast 3 Stunden
im Wald unterwegs. Sie sagte das ich mich gut gehlten habe und
wollte mit mir in den nächsten Tagen einmal auf dem Reitplatz
um zu sehen was bei mir alles möglich ist. Mein Frust war wie
weggeblasen und ich freute mich schon aufs nächste Reiten...was
sich für mich als erfolgreich heraus stellte war das ich die "alte"
stute einhändig bewegen konnte und sie dahin ging wo ich hin wollte.
Ich bin dann regemäßig zum Reiten bei ihr gewesen und sie sagte
Irgendwann ich sollte Trail Reiten...gesagt getan....und ich habe
festgestellt das das mein Ding ist. Ich habe gemerkt das kann
ich und das will ich... also muß ein eigenes Pferd her...
Mein Vater , Bettina
und Ich haben lange gesucht um ein passendes Pferd zu finden..wir
sind bis nach Italien gefahren...aber nichts hat gepasst....probleme
waren meisten der Rollstuhl der aus Pferd mußte bzw meine Unruhe
auf dem Pferd.

Dann kam mein Vater
eines Tages ( klingt Blöd) aber es war so, von der Arbeit und
sagte am Wochende fahren wir ein Pferd anschauen...wir fragten
Bettina ob sie wieder mitkommt um das Pferd zu Reiten...als wir
angekommen sind wollte ich das Pferd, eine 12 Jährige Braune Paint
Stute, natürlich sofort sehen...und anfassen..ich ließ mich mit
dem Rollstuhl ans Pferd schieben und sie reagierte absolut Cool
auch wie ich mich drauf setzen ließ gab es keine Probleme...dann
haben sie mich ein wenig geführt....Bettina ist dann die Stute
noch im Gelände geritten und als sie zurück kann sagte sie "das
ist das richtige Pferd für dich" ich hatte schon bedenken, weil
sie solange fort war, das es Probleme gibt...aber alles war gut
und ruck zuck was es mein Pferd. Im September 2004 war es dann
soweit "mein Pferd" wurde gebracht... und es begann für mich eine
harte Zeit...
der Herbst war da der
Winter kam und ich wollte natürlich reiten...mit meinem Vater
bin ich jeden Tag zum Stall rausgefahren ûnd haben gearbeitet..entweder
auf dem Platz oder lange Ausritte, wobei ich bemerken muß das
mein Vater alles zu fuß mitgemacht hat.Es war für mich nicht immer
einfach aber ich wollte es so.
Dann kann 2005 unser
Umzug in ein anderes Dorf, ich habe dort die Möglichkeit mein
Pferd zuhaus zu halten und eine Reithalle ist auch gleich neben
an. Der Reitverein hatte im August 2005 ein Spring und Dressur
Tunier mit angehängtem Geschicklichkeits Wettbewerb...die vereinsmitglieder
meinten Sören das kannst du...mach mit... dann kamm der Samstag...mein
Vater ging schon früh in die Halle um zu sehen was da gefordert
wird und sagte zu mir das kannst du das haben wir alles schon
mal gemacht
Dann war ich dran...ich
ganz schön aufgeregt...mein Vater sagt mir noch " pass auf es
geht hier auf Zeit" was ich dann in meiner Aufregung wieder vergas..aber
egal. dann kam die Siegerehrung und ich habe den 4ten Platz von
8 Teilnehmern gemacht und meine Freude war sehr groß denn die
Anderen waren alle "Normale" Reiter.
Der Vereinsvorstand
fragte mich damach ob ich nicht im Abendprogamm Reiten würde um
den Anwesenden Zuschauern zu zeigen was mit einer So starken Behinderung
wie ich sie habe alles möglich ist.
Mein Ziel für 2006
ist an mir zu arbeiten ,ich will ja besse werden und an den wettkämpfen
hier in meiner Umgebung Teilzunehmen. Alles das geht nur wenn
man sich nicht hängen läßt...sich KLEINE Ziele setzt..und Hilfe
und Unterstützung aus seinem Umfeld bekommt...und ganz wichtig
ist das man ein SUPER Pferd hat das mitdenkt und Fehler verzeit
und Absolut Cool ist!!!!

Liebe Grüße Sören Janssen"
Kennen auch Sie jemanden, der trotz, oder gerade wegen seiner
Behinderung eine besondere Beziehung zu seinem Pferd und dem Reitsport
aufgebaut hat?
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wir diese.
Kontakt zu wittelsbuerger.com
Weitere Informationen zum Thema:
Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V., das neben
Krankengymnastik auf dem Pferd und dem heilpädagogischen Reiten
auch den Behindertenreitsport in Deutschland fördert, hat seinen
Sitz in Warendorf,
mehr dazu auf der Website des DKThR.
Deutscher
Behindertensportverband e.V.
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